Print

Warum lassen sich autoimmune Hauterkrankungen so schwer behandeln?

Bei Autoimmun-Erkrankungen greift das Immunsystem aus bisher unbekannten Gründen irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe an, was laut Paul Ehrlich eigentlich nicht vorkommen sollte.

Die autoimmune Entzündung ist nicht wie eine infektiöse Entzündung mit geeigneten Antibiotika zu behandeln. Bei einer autoimmunen Entzündung ist man gezwungen, das Immunsystem selbst z.B. durch Kortison oder andere entzündungshemmende Substanzen zu hemmen. Die Entzündung klingt zwar kurzfristig ab, bei längerer Therapiedauer kommt es jedoch gehäuft zu Infektionen und zu einer Erhöhung des Krebsrisikos. Dieses Krebsrisiko betrifft nicht nur die Gabe von immunsystemhemmenden Tabletten wie z.B. Ciclosporin oder auch neue sogenannte Biologicals sondern sogar die längere Anwendung stark wirksamer Kortisonsalben.

Dies ist besonders bei schwer hautkranken Kindern problematisch, die wegen fehlender Alternativen zur Linderung ihrer Beschwerden mit den o.g. Medikamenten behandelt werden.

Bisher wurden die Warnungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde wegen eines möglichen Krebsrisikos durch sogenannte kortisonfreie Salben bei Kindern, z. B. Elidel®, Douglan®, Tacrolimus® nicht zurückgenommen. Bei Kindern ist die Anwendung dieser Salben auch deshalb problematisch, da der angeborene Schutz gegenüber Sonnenstrahlung (DNS-Reparatur) hierdurch gehemmt wird und oft nicht sichergestellt werden kann, dass die Kinder sich mit ausreichendem Sonnenschutz im Freien bewegen.

Über diese Risiken hinaus müssen die beschriebenen Medikamente regelmäßig z. T. lebenslang angewendet werden, da es bereits kurz nach dem Absetzen häufig sogar zu einem verstärkten Auftreten der ursprünglichen Erkrankung kommt (Rebound). Es besteht deshalb ein dringender Bedarf an einer wirksamen und langfristig verträglichen Behandlung dieser Erkrankungen.