PSO aktuell 4/2009 (Dezember)
Was bewirkt die UV-freie Lichttherapie?
Die DermoDyneR-Lichtimpfung ist ein Verfahren, das sichtbares, blaues Licht zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis verwendet. Vielfach wurde eine erstaunliche Wirksamkeit beobachtet. Kontrollierte Studien, die als Beleg hierfür dienen könnten, fehlen aber noch immer.
Eingesetzt wird DermoDyneR derzeit u.a. an der Universitäts-Hautklinik in Mainz, an der Klinik Hochried in Murnau und in Augsburg. Prof. Dietrich Abeck aus München ist überzeugt von der Methode und spricht von einer „neuen Qualität der Behandlung, die wir mit den bisherigen Therapiemöglichkeiten noch nicht gesehen haben.“ Er beobachtete bei Kindern mit Neurodermitis häufig eine langfristige Besserung nach der DermoDyneR-Behandlung. Beeindruckend sei vor allem, dass die Patienten längere Zeit frei von Hautveränderungen sind. Der Effekt halte mehrere Monate an.
Dr. med. Detlef Becker untersuchte das Verfahren an der Universitätsklinik in Mainz genauer. Inzwischen ist er sicher, dass DermoDyneR nicht dieselben Effekte hervorruft wie UV-Licht. Wodurch die Wirkung zustande kommt, ist aber immer noch unklar. „Wir haben medizinische Effekte beobachtet, die über antientzündliche Wirkungen hinausgehen“, so Becker. Würde DermoDyneR lediglich antientzündlich wirken, müsste die Erkrankung nach Behandlungsende bald wieder aufflammen. Das tut sie aber nicht. Deshalb geht Becker von einer immunmodulatorischen Wirkung aus. Wahrscheinlich werden bestimmte Zellen des Immunsystems aktiviert und dadurch andere Wege des Immunsystems eingeschaltet als dies normalerweise bei den hautkranken Patienten der Fall ist, vermutet Becker. Möglicherweise wird das Gleichgewicht im Immunsystem verschoben, sodass der Körper Entzündungen nach der Therapie selbst kontrollieren kann.
Die Untersuchungen führte Becker bei Neurodermitikern durch. Behandlungserfolge wurden aber auch bei Psoriatikern beobachtet. Dr. Jan Wilkens, der Schöpfer der Methode, berichtete, dass auch bei Patienten mit Psoriasisarthritis „regelmäßig eine Besserung zu beobachten war“. Erneut hat Wilkens diverse Forschungsvorhaben beantragt. Sie sollen klären, wie gut und auf welche Weise das Verfahren wirkt. Das wäre wichtig und notwendig für eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Bisher geschieht das nur im Einzelfall auf Antrag.