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Häufig gestellte Fragen

 

Was ist die DermoDyne R Lichtimpfung R ?

Die DermoDyne R Lichtimpfung R ist eine innovative UV-freie Lichttherapie, die vornehmlich zur Therapie von chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt wird. Die verwendeten Wellenlängen liegen im sichtbaren, vorwiegend blauen Lichtbereich. Technisch wird das Licht mit einer laserähnlichen Technik erzeugt, wodurch nur bestimmte, erwünschte Wellenlängen abgegeben werden. Durch zusätzliche Filter ist das Licht, das auf die Haut trifft, definitionsgemäß UV-frei. Mit der DermoDyne R Therapie können geräteabhängig entweder die gesamte Haut oder selektiv Hände und Füße bestrahlt werden. Das Licht dringt – tiefer aber sanfter als die UV-Strahlung - durch die Oberhaut bis in die Lederhaut ein und moduliert dort die lokalen Immunzellen.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen werden durch eine physiologische Kommunikation innerhalb des Immunsystems auch entzündungsbeeinflussende Zellen in anderen Teilen und Organsystemen des Körpers günstig beeinflusst, die nicht direkt von den Lichtstrahlen erreicht werden. Somit besteht die Möglichkeit, dass die entzündliche Aktivität auch außerhalb der bestrahlten Regionen, wie z. B. im Darm, normalisiert wird.

Diese Kommunikation im Immunsystem erfolgt ähnlich physiologisch auch bei Impfungen. Daher rührt die Bezeichnung "DermoDyne R Lichtimpfung R".

 

Wirkungsweise der DermoDyne R Lichtimpfung R?

Die unter der DermoDyne R Lichtimpfung R gesehenen, sehr lang anhaltenden Besserungen und Remissionen des atopischen Ekzems und der Psoriasis können aus einer entzündungshemmenden Wirkung auf die Haut allein nicht befriedigend erklärt werden.

Bisher noch nicht identifizierte Mechanismen lösen vielmehr eine lang anhaltende Kontrolle des Entzündungsgeschehens aus, die von immunsuppressiven Wirkstoffen wie Steroiden oder physikalischen Methoden wie der UV Therapie nicht erreicht wird. Dies legt nahe, dass die DermoDyne R Lichtimpfung R Ergebnisse ähnlich einer spezifischen Immuntherapie produziert.

Nach aktueller Auffassung reagieren die Lichtstrahlen mit hauteigenen Abbauprodukten des roten Blutfarbstoffes, den sog. Porphyrinen. Die Konzentration dieser Porphyrine ist in entzündlich aktivierten Zellen um bis zu 500 % erhöht. Der intensive blaue Lichtpuls führt dann wahrscheinlich zum Absterben dieser rot verfärbten Entzündungszellen während alle anderen Zellen, die kein Porphyrin angereichert haben, von der Bestrahlung nicht beeinflusst werden.

Die Aufbereitung und Präsentation von Fragmenten der abgestorbenen entzündlich aktivierten Zellen durch so genannte antigenpräsentierende Zellen stößt vermutlich regulatorische Prozesse an, die sich - in Analogie zur Desensibilisierungsbehandlung gegen Heuschnupfen - gegen Entzündungszellen richten, die für den Krankheitsprozess z. B. bei Neurodermitis oder Psoriasis entscheidend sind.

Die besonders gewebeschonende Wirkung der DermoDyne R Lichtimpfung R wird u. a. daran deutlich, dass sehr empfindliche Immunzellen, die bereits durch UVA, UVA1 oder UVB, oder auch   durch Kortisonsalben oder Calcineurinhemmer (z.B. Protopic®)aus der Haut vertrieben werden, durch die DermoDyne R Lichtimpfung R nicht beeinflusst werden. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir den Einsatz der DermoDyne R Lichtimpfung R bei allen Säuglingen im Alter von wenigen Monaten empfehlen, bei denen z. B. durch kurzzeitige Gabe von Kortisonsalben keine nachhaltige Besserung erzielt werden kann.

 

Was sind die Vorteile der DermoDyne R Lichtimpfung R?

Nach dem heutigen Wissen stellt die Dermodyne Blaulichttherapie eine ungefährliche, gangbare Alternative zur Behandlung der Neurodermitis (und der Psoriasis) dar und zwar sowohl zur Akutbehandlung als noch viel mehr zur Langzeitanwendung. Da nach derzeitigem Verständnis von dieser Therapie kaum Nebenwirkungen zu erwarten sind, ist sie besonders für Kinder, die möglichst keine UV-Behandlung erhalten sollten, eine gute Therapiealternative.

Die bisherigen Behandlungsansätze für die chronisch entzündliche Hauterkrankungen, wie die Neurodermitis sind zwar in einem Teil der Patienten kurzfristig durchaus wirksam und verträglich, jedoch beinhalten sie bei längerer Therapiedauer nicht unerhebliche Nebenwirkungen und Risiken.

Äußerlich angewandte Kortisonpräparate stellen im akuten Krankheitsschub nach wie vor eine wichtige Säule der Therapie dar. In Abhängigkeit der Wirkstärke des eingesetzten Kortisonpräparates tritt aber bereits innerhalb von wenigen Wochen eine messbare und teilweise auch sichtbare Verdünnung der obersten Hautschicht auf. Diese sogenannte Atrophie ist zunächst vollständig reversibel, d. h. die Hautdicke normalisiert sich nach Absetzen des Kortisons. Bei langfristiger und regelmäßiger Anwendung von starken Kortisonpräparaten kann es jedoch zu einer dauerhaften Verdünnung der behandelten Haut kommen, die dann oft mit einer erhöhten Empfindlichkeit und Verletzlichkeit der betroffenen Haut verbunden ist.

Die neueste Generation der rezeptpflichtigen antientzündlichen Wirkstoffe, die zur äußerlichen Behandlung der Neurodermitis verwendet werden, verursacht keine Verdünnung der Haut. Dabei handelt es sich um eine lokal immunsuppressiv wirkende Substanzklasse, die anfänglich nur innerlich bei Transplantationspatienten eingesetzt wurde, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Die beiden nun zu äußerlichen Anwendung verfügbaren Wirkstoffe sind Tacrolimus (in Protopic Salbe) und Pimecrolimus (in Elidel Creme).

Bei Transplantatpatienten treten durch die langfristige systemische Immunsuppression verschiedene Formen von Hautkrebs gehäuft auf. Dies wird bei Transplantatpatienten beobachtet, die z. B. mit Ciclosporin behandelt werden, aber auch unter langfristiger innerlicher Tacrolimus-Therapie.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft teilte im März 2011 zur äußerlichen Anwendung von Tacrolimus und Pimecrolimus folgendes mit: "Wegen eines wahrscheinlich erhöhten Risikos für das Auftreten von Lymphomen und eines nicht auszuschließenden erhöhten Risikos von Hautkrebserkrankungen im Zusammenhang mit topisch angewendetem Tacrolimus und Pimecrolimus sollten sich die Anwendung und die eingesetzten Dosierungen strikt an den zugelassenen Indikationen orientieren. Die beiden Substanzen sollten nur zur Zweitlinienbehandlung eingesetzt werden und eine Anwendung bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei immungeschwächten Patienten muss vermieden werden" (Multiple aktinische Keratosen (Carcinomata in situ der Haut) nach langjähriger topischer Anwendung von Tacrolimus (Protopic®) Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 10, 11.03.2011).

 

Bei welchen Erkrankungen wirkt die DermoDyne R Lichtimpfung R?

Bei vielen Patienten mit den folgenden Erkrankungen konnten bereits gute und zum Teil (jahre-) lang anhaltende Therapieergebnisse erreicht werden:

  • Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
  • Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)
  • Hand- und Fußekzeme

Auch bei Patienten mit Akne vulgaris (s. o) und anderen entzündlichen Hautkrankheiten kann die DermoDyne R-Therapie hilfreich sein.

Wir beraten Sie gern im Rahmen eines ärztlichen Erstgespräches.

 

Wie läuft die Behandlung ab?

Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Wirkung der DermoDyne R Lichtimpfung R am besten ist, wenn die Behandlung mit dem Einsetzen eines akuten Schubes beginnt. Für den Fall, dass keine komplette Abheilung der Hauterkrankung zwischen den Schüben stattfindet, hat es sich als sehr wirksam erwiesen, durch kurzzeitige – und deshalb nicht risikobehaftete – Gabe von Kortisonsalben (bei Neurodermitis in der Regel über 2-5 Tage und bei Psoriasis über 5 Tage) eine möglichst weitgehende Abheilung der Haut zu erreichen.

Kommt es nach dem Absetzen des Kortisons zu einem neuen Schub, sollte die Lichtimpfung R über 5 Tage täglich bis zu max. 4x12 min Bestrahlungszeit durchgeführt werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass ein frisches entzündliches Infiltrat bestrahlt wird, das besonders gut auf die Lichtwirkung anspricht.

Bleibt die Haut z. B. nach dem Absetzen der Kortisonpräparate stabil, muss der Bestrahlungsbeginn bis zum tatsächlichen Beginn eines akuten Schubes verschoben werden.

Eine vorbeugende Bestrahlung ist nicht sinnvoll.

 

Wie oft muss man sich behandeln lassen?

Die Häufigkeit der erforderlichen Behandlungen, richtet sich nach dem Ausmaß der befallenen Hautflächen sowie nach der Dauer und Schwere der bestehenden Erkrankung. Je nach klinischem Befund können mehr oder weniger Behandlungen erforderlich sein. In der Regel werden pro Behandlungszyklus 5 Behandlungen pro Woche durchgeführt. Die Einzelsitzung dauert maximal 48 Minuten. Die Ganzkörper­behandlung erfolgt im Liegen. Bei den meisten Patienten kommt es nach 3-4 Zyklen zu einer nachhaltigen Besserung. Bei leichteren Fällen haben bis 1-2 Zyklen ausgereicht, um nachhaltige Besserungen über ein Jahr und länger zu erreichen.

Bei besonders schweren Fällen – z. B. bei bereits bestehender Verordnung für die Einnahme von Ciclosporin - waren in Einzelfällen auch 10 und mehr Zyklen erforderlich. Bisher konnten alle Patienten auf ihre Ciclosporineinnahme nach der DermoDyne R Lichtimpfung R verzichten. Eine Prognose des Behandlungsbedarfs stellen wir Ihnen im Rahmen eines kostenlosen ärztlichen Erstgespräches.

 

Kann die Lichtimpfung R auch bei Kindern durchgeführt werden?

Ja, insbesondere für Kleinkinder und Säuglinge, bei denen die klassischen Therapien nur eingeschränkt einsetzbar sind (s. o.) stellt die DermoDyne R -Therapie vermutlich die aussichtsreichste therapeutische Alternative dar.

Erfahrungsgemäß sprechen Kinder schneller und umfänglicher auf die Behandlung an, gerade bei schwerkranken Säuglingen – hier tritt die Krankheit typischerweise in den ersten Lebensmonaten auf – werden bereits nach 1-2 Behandlungszyklen erhebliche Besserungen beobachtet. Nach den bisherigen Ergebnissen ist eine etwa 90%ige Besserung in vielen Fällen zu erreichen.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Heilung, da die grundsätzliche Disposition der Haut bestehen bleibt, jedoch ist die Neurodermitis funktionell beseitigt. Das alltägliche Leben wird kaum noch beeinträchtigt, und Einzelfälle deuten darauf hin, dass nach einer erfolgreichen Behandlung der Neurodermitis auch die Gefahr, später an Asthma zu erkranken, vermindert wird. Die Behandlung sollte deshalb so früh wie möglich – z. B. im 3. oder 4. Monat nach Auftreten - durchgeführt werden.

Nach dem heutigen Wissensstand und der Behandlung von über 4000 Patienten sind keine relevanten kurz- oder langfristigen unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten.

 

Ist das Verfahren zugelassen und wissenschaftlich anerkannt?

Das Verfahren ist nach langjährigen klinischen und technischen Untersuchungen im Januar 2003 nach dem Medizinproduktegesetz für die klinische Anwendung am Patienten zugelassen worden (CE-Zertifizierung).

Neben einer Vielzahl von beobachteten Einzelverläufen liegen veröffentliuchte positive wissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse vor.  Größere, zentrumsübergreifende Studien werden in Kürze beginnen.

Die DermoDyne R Lichtimpfung R wird unter anderem in den Hautkliniken der Universität Mainz und der Medizinischen Universität Wien zur Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt.

 

Gibt es Gegenanzeigen und Nebenwirkungen?

Wie bei jeder Therapie gibt es auch für die DermoDyne R-Therapie bestimmte Gegenanzeigen: Dazu zählen sehr seltene angeborene lichtempfindliche Hauterkrankungen (sog. Porphyrien).

Eine Bestrahlung nach dem DermoDyne R-Prinzip ist auf Grund unzureichender bisheriger Erfahrungen ebenfalls nicht zu empfehlen bei einer HIV-Infektion, aktiver Hepatitis, Krampfleiden oder einer Schwangerschaft.

Zeitgleich sollte keine UV-Bestrahlung stattfinden und auch nicht mit kortisonhaltigen Salben behandelt werden oder Kortison innerlich eingenommen werden. Auch eine Desensibilisierungsbehandlung, wie sie beim Heuschnupfen durchgeführt wird, sollte vor der Behandlung beendet werden.

Bei akuten (bakteriellen oder grippalen) Infekten, vor allem mit Fieber sollte bis zur vollständigen Abheilung mit der DermoDyne R-Therapie pausiert werden. Nach dem heutigen Wissensstand sind keine relevanten kurz- oder langfristigen unerwünschten Wirkungen zu erwarten.

 

Was muss ich bei der DermoDyne R Lichtimpfung R beachten?

Wir bitten Sie, Ihre bisherige Behandlung bis zu einer ärztlichen Erstberatung zunächst beizubehalten.

Im Rahmen der ärztlichen Eingangsuntersuchung in einem der DermoDyne Behandlungszentren wird geprüft, ob generelle oder vorübergehende Gegenanzeigen für die DermoDyne Lichtimpfung bestehen.In Abhängigkeit von Ihrem Krankheitsbild werden Sie eine Therapieempfehlung zur Begleitung der DermoDyne Lichtimpfung bekommen.

Nach Möglichkeit bringen Sie bitte schriftliche Unterlagen zu bisherigen Untersuchungen und dem früheren Krankheitsverlauf mit.